Du warst ein kleines Notfellchen mit dem "Du willst mich doch nicht etwa hier sitzen lassen?"-Blick. Konnten wir natürlich nicht, so dass wir Dich im Februar 2009 aus Hamburg geholt haben.
Zuerst waren wir ja noch etwas besorgt, dass Du uns zu sehr an
Murphy erinnern würdest, aber Du hattest Deinen ganz eigenen, unvergleichlichen Charakter.
Nicht einmal 3 Jahre waren uns mit Dir vergönnt, kleiner Quirl. Als ich Dich das erste Mal mit lang ausgestreckten Hinterbeinchen sah, dachte ich noch, "das nenne ich mal entspannt" und freute mich für Dich. Um so größer war dann mein Entsetzen, als Du auf dem Weg zu Deiner Morgenkarotte nur auf den Vorderbeinen gerobbt bist!
Sofort habe ich Dich abgetastet, aber nichts ungewöhnliches fühlen können, auch hast Du die Pfötchen angezogen, wenn ich sie angefasst habe. Schmerz hast Du keinen gezeigt. Für den Fall, dass es sich um eine Aufgasung handeln sollte, habe ich Dir Sab Simplex verabreicht, das Du auch brav geschlabbert hast - wie auch 2 Böller hinterher mit großem Genuss vernichtet wurden.
Bei der Gehegereinigung hast Du es sogar geschafft, die Treppe herunter zu kommen. Dein Bewegungsdrang war ungebrochen, doch immer noch hast Du die Hinterbeine kaum benutzt, also habe ich Dich vom Tierarzt untersuchen lassen. Du hast eine Aufbauspritze bekommen und ein Mittel zur Verbesserung der Nervenfunktionen.
Leider hat sich bis zur Nachkontrolle Dein Zustand nicht verbessert, im Gegenteil, Deine Reflexe waren kaum noch vorhanden, und darüber hinaus warst Du erblindet... Der TA vermutete eine schwere, vom Hirn ausgehende neurologische Störung, wie sie z.B. durch einen Tumor hervorgerufen werden kann.
Zwar schienst Du nach wie vor keine Schmerzen zu haben und hattest auch weiterhin guten Appetit, doch war uns klar, dass dies nicht lange anhalten konnte, so schnell wie sich Deine Gesundheit verschlechtert hatte.
Daher haben wir beschlossen, Dir die Quälerei eines langen Todeskampfes zu ersparen...
Mach's gut, kleiner schwarzer Schatten!
Es kommt sehr oft ganz leise,
die Zeit der letzten Reise -
ins Land, das niemand kennt,
oft Paradies auch nennt.
Wir wollen dich begleiten,
es ist das letzte Mal
und wünschen, dass es für dich Erlösung war.
.